Nun sind wir ja schon ein paar Tage in Florida und hatten Zeit, uns Haeuser anzuschauen und uns eins auszusuchen, das wir kaufen moechten. Das Haus hat nach amerikanischer Art alle Zimmer auf einer Ebene, einen grossen Vorgarten mit Palmen und tropischen Pflanzen und einen sehr schoenen Garten hinter dem Haus mit Teich und ebenfalls vielen tropischen Pflanzen. Ausserdem gibt es eine Terasse, die komplett mit Fliegengitter versehen und ueberdacht ist, ein grosses Wohnzimmer und drei Schlafzimmer. Genau das Richtige fuer uns, da wir doch auf viel Besuch aus Deutschland und dem Mittleren Westen hoffen! Das Haeuschen liegt in einer etwas aelteren Wohngegend am Stadtrand von Rockledge, etwa 15 km von der Kueste entfernt. Das ist ganz gut so, denn da koennen sich Hurricanes vorher schon mal ein bisschen austoben und abschwaechen, bis sie unser Haus erreichen. Ausserdem ist es nicht weit zu diversen Reitstaellen, wo ich Brownie unterbringen kann.

Bis wir das Haus aber tatsaechlich kaufen und einziehen koennen, werden naturgemaess noch 1-2 Monate vergehen. Und da wir das Leben auf Air Force Bases nun ziemlich satt haben, sind wir heute auf Wohnungssuche gegangen und auch gleich beim zweiten Versuch fuendig geworden. Wir wohnen nun also vorruebergehend in einer Ferienwohnung direkt am Atlantik in Cocoa Beach, eine Meile vom Pier entfernt. Das ist unsere Entschaedigung fuer die fuenf Wochen im langweiligen Alabama - wir sind ja so froh, dass die rum sind.

Wir koennen nun also morgens praktisch im Schlafanzug an den Strand gehen, nach dem Laufen schnell noch mal ins Meer springen und im Bikini zurueck ins Haus gehen und abends vor dem Schlafen dem Ozean Gute Nacht sagen.
Fuer immer wollen wir natuerlich nicht hier wohnen, dazu ist es auch zu vollgebaut und die Hurricane-Gefahr ist zu hoch, aber im Moment haben wir sowieso nicht viele Sachen und die koennen wir ganz flott ins Auto schmeissen und wegfahren. Jon als Metereologe erfaehrt von solchen Naturereignissen ja als erster und wir koennen rechtzeitig Massnahmen ergreifen.
Wir fuehlen uns wie im Urlaub und koennen es kaum glauben, dass wir wirklich hier wohnen. Florida ist schon klasse!
24 Mai 2007
Leben am Strand
14 Mai 2007
Fleamarket Montgomery
Ein lokaler Werbespot fuer eine Art Moebelhaus ist durch eine Fernsehsendung bekannt geworden und hat sowas wie Kultstatus erlangt.
Wir sind am Samstag nach dem 5-km-Lauf in Montgomery zufaellig an dem Laden vorbei gekommen und da mussten wir uns natuerlich erstmal umschauen. Ich hab auch fleissig mitgefilmt und festgestellt, dass es dort mehr zu kaufen gibt als nur Moebel. Nichts davon wollten wir aber wirklich haben...
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Kerstin
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09 Mai 2007
Shade Tree Riding Stables

Brownie ist ja immer noch in Kalifornien und bleibt da auch, bis wir einen Platz fuer ihn in Florida gefunden haben. Das heisst aber, dass ich im Moment komplett pferdelos bin und vom ganzen Laufen, Radeln und Wandern, so schoen es auch ist, mal ein bisschen Abwechslung brauchte. Ich wollte gerne endlich wieder auf dem Pferd sitzen und so boten sich die Shade Tree Riding Stables in Millbrooks, etwa 15 Meilen noerdlich von Montgomery, an um einen kleinen Ausritt zu unternehmen. Dort werden naemlich Pferde vermietet und Reitstunden durchgefuehrt. Zur Anlage gehoert ein 34 Hektar grosser Wald, so dicht und von schmalen Reitwegen durchzogen, dass man wohl immer im Kreis reiten kann, ohne es ueberhaupt zu merken. Den Verdacht hatte ich jedenfalls, denn wir waren eine ganze Stunde unterwegs mit Trab und Galopp und einige Ecken kamen mir schon bekannt vor, aber dann sah es doch wieder ganz anders aus.
Der Hauptbetrieb des Ausrittpferdeverleihs liegt eindeutig am Wochenende und so hatte ich ein ausgeruhtes Pferd, den vierjaehrigen Appaloosa-Wallach Bama, der extra fuer mich gesattelt wurde und ausserdem die Rittfuehrerin ganz fuer mich alleine. Wir mussten keine Ruecksicht auf Anfaenger nehmen und so konnte ich den Ritt besonders geniessen. Es war zwar heiss, aber die hohen Baeume des Urwaldes, durch den wir ritten, spendeten genug Schatten, dass es nicht zu heiss wurde. Bama war ein freundliches Pferd, dass seinem Kumpel ueberall hin folgte, aber hoeflich genug, mich das nicht allzu sehr merken zu lassen. Er liess sich gut reiten und versuchte auch nur ein oder zwei Mal zu fressen, obwohl die Weide bei der Trockenheit doch recht gelitten hatte.

Alles in allem ein sehr netter Ausritt, aber jetzt freue ich mich natuerlich umso mehr auf Brownie und hoffentlich viele schoene Ritte in Florida, auf denen ich selber Richtung und Tempo bestimmen kann!
08 Mai 2007
2. Montagswanderung
Alles, was man in Koeln zum zweiten Mal macht, hat schon Tradition.
Ich bin zwar hier nicht in Koeln, aber auch meine zweite Wanderung an einem Montag im Tuskegee National Forest war ein voller Erfolg und so sehe ich nicht ein, warum ich das nicht jeden Montag wiederholen soll. Natuerlich nicht immer im gleichen Wald, das waere ja irgendwann auch ein bisschen langweilig und ausserdem sind wir ja nur noch (oder nicht mal mehr) zwei Wochen hier, bevor wir nach Florida weiter ziehen.
Aber jeden Montag eine mindestens 10 Meilen lange Wanderung hoert sich im Prinzip nach einer guten Idee an, solange ich nicht arbeite.
Gestern bin ich also wieder in den Wald gefahren und bei zum Glueck gar nicht mehr schwuelen, herrlichen Wetter war es wieder ein Genuss, durch den National Forest zu streifen. Diesmal hab ich mir den Bold Destiny/Bedford V. Cash Memorial Horse Trail ausgesucht, einen 15 Meilen langen Rundweg fuer Reiter und Wanderer. Reiter und Wanderer waren aber wie gewoehnlich an einem normalen Montag nicht unterwegs, also hatte ich den Wald mal wieder wieder fuer mich.
Bilder
Und als ob das nicht genug gewesen waere, habe ich dann noch am naechsten Wanderweg, dem Pleasant Hill Trail, angehalten, schnell die Laufsachen angezogen und bin noch mal 3 Meilen durch den Wald gelaufen. Das war auch herrlich, nach der langen Wanderung auch mal schneller unterwegs zu sein. Besonders schoen war auch, einmal nicht auf der Base zu laufen, wo ich mittlerweile jeden Stock und Stein auswendig kenne.
07 Mai 2007
03 Mai 2007
30 April 2007
Bartram National Recreation Trail
Alabama hat tatsaechlich auch schoene Seiten und viel Natur zu bieten.
Aber die schoenen Seiten erschliessen sich einem nicht von selber. Man muss sie suchen und man muss bereit sein, auch mal ein Stueck zu fahren. Sie springen nicht ins Auge wie in Kalifornien und sind auch nicht spektakulaer.
So bin ich heute 80 km weit gefahren, um im Tuskegee National Forest wandern zu gehen. Das ist ein grosser Wald oestlich von Montgomery und es gibt tatsaechlich auch drei markierte Wanderwege. Mein neuer Alabama-Atlas hat aber nur einen aufgelistet: den 8.6 Meilen langen Bartram National Recreation Trail.
Das Wetter ist seit ein paar Tagen nicht mehr so furchtbar schwuel, sondern einfach schoen sommerlich warm und der Weg fuehrt die ganze Zeit durch den Wald, liegt also groesstenteils im Schatten und so hatte ich keine Probleme mit der Hitze.
Wie ich ja schon vorher bemerkt hatte, haben es die Alabamer nicht so mit dem Wandern und auch in anderen Teilen der Welt ist Montag Nachmittag fuer die meisten Leute nicht die Zeit fuer Outdoor-Aktivitaeten und so hatte ich den Trail die meiste Zeit fuer mich alleine. Es gibt keine schweren Steigungen und auch sonst bis auf ein paar zu ueberkletternde umgefallene Baumstaemme keine weiteren Schwierigkeiten und so konnte ich flott gehen und dabei vollkommen entspannen.
Nach sieben Meilen kam ich an ein Flussufer mit weissem Sandstrand, dem perfekten Ort fuer eine Pause und zum Umkehren.
Der Rueckweg war noch entspannender, denn nun musste ich kaum noch auf den Weg achten und konnte meine Gedanken in alle Richtungen schweifen lassen. Ich kam mir wieder vor wie auf dem Weg nach Santiago. Beim Wandern kann ich eben doch immer noch am besten relaxen. Meine Fuesse muessen nur in Bewegung sein, am besten in der Natur und dann kommt alles andere wie von selber. Diese Wanderung war ganz besonders gut fuer meine Seele.
Mehr Bilder!
Als ich dann wieder in Montgomery war, war es auch schon Zeit zum Abendessen. Jon wartete schon auf mich und wir fuhren zum Montgomery Brew Pub, wo leckeres Essen und lokale Bierspezialitaeten serviert werden.
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Kerstin
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24 April 2007
Ein Kreisel für Montgomery
Die Amis kennen Verkehrskreisel ja nicht so wirklich gut, weil es kaum welche gibt. Statt dessen wird der Verkehr oft durch seltsame Konstruktionen wie 4-Way-Stops geregelt. Und so hat die Geschichte des frisch renovierten und zum "Roundabout" umfunktionierten Court Square in Montgomery es in die lokalen Nachrichten im Fernsehen geschafft.
Zu Ehren der Wiedereröffnung gab es außerdem ein 1-Meilen-Rennen, bei dem ich einen Pflasterstein gewonnen habe und auch meine 3 Sekunden in der Flimmerkiste hatte. Leider wurde das Rennen und damit auch die schnellste Frau mit keinem Wort erwähnt.
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Kerstin
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20 April 2007
Parks in Montgomery
Wenn man so wie ich jahrelang oder eigentlich immer in einer Kleinstadt oder auf dem Dorf gelebt hat, kommt einem Montgomery mit 200.000 Einwohnern schon ganz schoen gross und weitlaeufig vor. Wir haben es hier mit der Hauptstadt des Bundesstaates Alabama zu tun, also gibt es einige imposante Regierungsgebaeude in der Innenstadt, die ich auf einer Radtour erkundet habe.
Bilder!
Ansonsten gefaellt mir die Stadt ehrlich gesagt nicht so gut und in der Innenstadt muss man zu sehr aufpassen, dass man nicht in ein Ghetto geraet. Also habe ich mir eine andere Annaeherung an Montgomery ueberlegt: Ich moechte versuchen, so viele der groesseren Parks wie moeglich zu besuchen und kennen zu lernen. Dem Internet sei Dank konnte ich sie gut aufspueren und mit dem GPS im Auto ist es auch kein Problem, sie zu finden. Autofahren macht hier keinen Spass: Zu viel Verkehr, zu viele Ampeln, zu viele Spuren auf den Strassen. Aber ich will auch nicht die ganze Zeit auf der Base verbringen.
Ein paar Parks (fett gedruckt) habe ich schon gesehen, die anderen will ich im Laufe der naechsten vier Wochen anfahren:
3. AUM/Ron Nunn Montgomery East 25.0 acres 250 Brown Springs Road - 36117
7. Blount Cultural Park 77.0 acres 3 Festival Drive - 36117
8. Brewbaker CC 35.0 acres 4450 Brewbaker Drive - 36116
9. Buddy Watson 30.0 acres 1801 Taylor Road - 36117
11. Carver CC 20.0 acres 3180 Oak Street - 36108
22. Dean Fain Park 40.4 acres 8700 Minnie Brown Road - 36117
31. Gateway Park 180.0 acres 3800 Davenport Parkway-36108
35. Goodwyn CC 55.0 acres 205 Perry Hill Road - 36109
43. Ida Belle Young Park 24.0 acres 5400 Vaughn Road - 36117
48. Lagoon Park 410.0 acres 2855 Lagoon Park Drive - 36109
62. Oak Park 40.0 acres 1010 Forest Avenue - 36106
64. Overlook Park 2.0 acres 544 Bell Street - 36108
68. Peter Crump 21.0 acres 3480 Woodley Road - 36116
69. Powder Magazine 52.0 acres 228 Eugene Street - 36104
74. Sheridan Heights CC 19.3 acres 3501 Faro Lane - 36108
75. Smiley Court C.C. & Park 35.0 acres 3200 Otis Lane - 36108
76. Southlawn Park 19.0 acres 389 Greenleaf Street - 36108
78. Thompson Park 54.0 acres 1655 Ray Thorington Road - 36117
82. Vaughn Road Park 21.0 acres 3620 Vaughn Road - 36106
86. Wares Ferry Park 18.5 acres 6425 Wares Ferry Road - 36117
89. Woodcrest Park 21.8 acres 4325 Thornwood Road - 36108
90. Woodmere Park 19.9 acres 5881 Woodmere Blvd. - 36117
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Kerstin
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15 April 2007
Hurricane Country
Katrina und Rita haben ganze Arbeit geleistet, aber Aufgeben ist was fuer Nicht-Amerikaner und so werden die Haeuser, die von Wind und Wasser zerstoert worden sind, wieder aufgebaut. Wer Geld hat, hat schon lange ein neues Haus. Wer kein Geld hat, lebt immer auch fast zwei Jahre nach dem Sturm noch im Wohnwagen und baut sein Haeuschen drumherum bzw. drueber hinweg, denn das ist wenigstens eine Vorsichtsmassnahme, die die Leute hier an der Kueste ergreifen: Sie bauen ihre Haeuser auf Stelzen. Das sieht lustig aus, aber wenn das Wasser keine Angriffsflaeche hat, kann es sein, dass ein einfach nur das Untergeschoss umspuelt und das Haus stehen bleibt.
Das Land ist flach und die Haeuser stehen direkt am Strand. Eigentlich sollte das alles Wildnis sein, so denkt mein europaeisches Herz. Alles ist sumpfig und mit einem dichten Netz von Fluessen, Baechen und Mooren ueberzogen. Die Baeume wachsen selbst in flachen Seen, aber viele haben Katrina nicht ueberlebt und ragen als tote Stuempfe und Mahnmahle aus dem Wasser. Schilder fuer Geschaefte und Restaurants stehen noch, aber die Laeden selber sind weg. Entweder hat man die Reste schon abgerissen oder sie sind einfach weggespuelt worden. Wir essen im Hurricane Cafe, einem grossen schaebigen Wohnwagen, dem einzigen Restaurant des winzigen Kaffs an der Golfkueste, 80 Meilen von der naechsten Stadt entfernt. Die Laeden, die das GPS anzeigt, gibt es nicht mehr. Wenige Haeuser sind schon wieder neu gebaut, die meisten liegen aber noch immer in Truemmern.
Von New Orleans nach Biloxi dann, wo Katrina gewuetet hat, ganze Strassenzuege verlassener Mietskasernen ohne Fenster, die nur darauf warten, abgerissen zu werden. Zu nichts anderem mehr zu gebrauchen. Halb abgerissene Haeuser, seltene Neubauten. Leerstehende Einkaufszentren, Geisterstaedte. Es ist ein bisschen unheimlich und ziemlich deprimierend und Jon, der sechs Monate in Biloxi gewohnt hat - vor dem Sturm - vergleicht: Hier stand das und das Gebaeude. Dies ist noch da - selten - dies ist weg - oft. Und dann schleicht sich bei mir wieder Unverstaendnis ein. Die Strasse fuehrt direkt am Strand entlang. Rechts und links waren Geschaefte, Hotels und Restaurants, die nun langsam wieder aufgebaut werden. Einige auf Stelzen, andere nicht. Jeder wie er meint. Warum wird hier kein Damm gebaut? Ich denke an die hollaendische Kueste. Platz ist genug vorhanden, dafuer hat Katrina gesorgt.
Aber das ist nicht die amerikanische Mentalitaet. Hier ist jeder fuer sich selbst verantwortlich. Warum sollte der Staat seine Buerger vor Naturgewalten schuetzen und einen Damm bauen? Dann muesste man ja mehr Steuern nehmen. Individualismus wird so gross geschrieben. Das passt zur fehlenden Krankenversicherungspflicht und so vielem anderen hier. Das ist eben auch Freiheit. Die Kehrseite der Medaille.
Wir sind in den letzten Tagen endlich Texas entkommen und ueber Louisiana und Mississippi nach Alabama gelangt. Hier in Montgomery werden wir die naechsten fuenf Wochen im Hotel wohnen. Erst im Mai geht die Reise weiter nach Florida. Dass wir im Sueden sind, merkt man heute an den Temperaturen aber nicht. Es ist ganz schoen kalt und zum Laufen hatte ich zum ersten Mal seit Flagstaff mal wieder Handschuhe an.
Zum Rennbericht aus New Orleans
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Kerstin
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