Das Städtchen südlich von Monterey hat eine größere Ausdehnung, als man vielleicht annehmen würde und eine erstaunliche Vielfalt an Landschaft. Da gibt es Carmel-by-the-Sea mit dem herrlichsten Strand, an dem ich heute Morgen zum letzten Mal laufen war.
Dann sind da noch die Carmel Highlands, sozusagen das Tor zur Big Sur Küste mit Point Lobos, einer kleinen aber wunderschönen Halbinsel, die die Bucht von Carmel einrahmt und im Kleinen alles hat, was Big Sur so einzigartig macht. Da bin ich dann nach dem Laufen zum letzten Mal spazieren gegangen.
Und zu guter Letzt darf man natürlich auch Carmel Valley nicht vernachlässigen, wo sich der liebliche Carmel River durch ein weites Tal windet, steile Berge rechts und links, herrliche Natur und viele Pferdehöfe. Hier wohnt Brownie (noch) und hier habe ich dann auch heute meinen letzten Ausritt in Kalifornien unternommen, denn den Sattel musste ich nach dem Ritt mit nach Hause nehmen, damit er morgen mit in den Umzugswagen kommt. Brownie bleibt erstmal hier, bis wir in Florida eine neue Bleibe für ihn gefunden haben.
Mehr Bilder gibt es hier!
Und jetzt muss ich wirklich mal zusehen, dass ich meine Sachen für die lange Reise gepackt kriege. Bis Ende Mai werden wir aus Koffern leben und wenn morgen die Umzugsfirma kommt, sollte alles was wir im Auto mitnehmen wollen, sich auch darin befinden. Die sind nämlich gnadenlos und packen alles ein, was nicht niet- und nagelfest ist. Gerüchte berichten, dass sogar schon volle Mülleimer (!) eingepackt worden sein sollen...
26 März 2007
Vielseitiges Carmel
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Kerstin
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22 März 2007
Laufen oder Wandern zu den Sykes Hot Springs?
21.3.2007
Das war die Frage nach der Fortbewegungsart an meinem ersten arbeitsfreien Tag - bzw. meinem ersten Tag als echte amerikanische Hausfrau - den ich ja doch standesgemaess feiern musste. Nein, nicht mit Lockenwicklern, Staubsaugen und Seifenopern, sondern mit einem langen Ausflug in den Wald.
Der grosse Sueden - El Sur Grande - oder modern Big Sur - lockte mit heissen Quellen, die Jon und ich kurz nach unserer Ankunft hier im Oktober 2005 schon mal besucht hatten. Die schwefelhaltigen Sykes Hot Springs sind ausschliesslich zu Fuss zu erreichen, und zwar ueber den 10 Meilen (oder 16 km) langen schmalen Wanderweg "Pine Ridge Trail" am Rand der Schlucht des Big Sur Flusses. Zweimal muss man den Fluss unterwegs ueberqueren, einmal ueber Baumstaemme, einmal ueber Steine und die Hoehenunterschiede und Steigungen sind schon recht ordentlich, aber gerade fuer Kalifornien noch gut machbar.
Die heissen Quellen sind ein aeusserst beliebtes Wanderziel und vor allem am Wochenende ist hier fast das ganze Jahr ueber die Hoelle los. Menschen mit dicken Rucksaecken schleppen sich die 10 Meilen in die Wildnis, leben in Zelten und baden in den heissen Quellen.
Den Rucksack und das Zelten wollte ich mir diesmal ersparen, denn man wird ja nicht juenger und ausserdem bin ich nachts auch lieber bei Jon zu Hause als alleine im Zelt im Wald. Und auf einen dicken Rucksack hatte ich ja nun absolut keine Lust.
Also hiess es, die Strecke an einem Tag hin und zurueck zu laufen. Etwas ueber 30 km, das sollte ja fuer einen Marathonlaeufer kein Problem sein.
Am Abend vorher lag ich also wach im Bett und fragte mich, ob ich denn nun wandern oder laufen sollte. Denn davon hing natuerlich meine Kleiderwahl ab.
Andererseits konnte ich mich aber immer noch entscheiden. Schwitzen wuerde ich vor allem bergauf sowieso und zu kalt fuer meine Lauf-Caprihose wuerde es schon nicht werden.
Heute Morgen stand ich also wieder frueh auf, packte mir Jons Camelbak, das ein bisschen groesser ist als meins, fuellte es mit Wasser und Power-Riegeln und los ging die brausende Fahrt den Highway 1 hinunter nach Sueden.
Meine Strategie, die Strecke laufend und gehend zurueckzulegen, aenderte ich von Zeit zu Zeit, aber hauptsaechlich lief es darauf hinaus, dass ich bergauf ging und in der Ebene und bergab lief.
Alles in allem habe ich fuer die 20 Meilen 5 Stunden und 11 Minuten gebraucht, inklusive einer Stunde Pause und verstehe nun ein bisschen besser, wie man einen Marathon in fuenf Stunden laufen kann und was das fuer eine grossartige Leistung ist.
Ich sag nur so viel: Als ich wieder am Auto angelangt war, habe ich zum ersten Mal nach einem Lauf das dringende Beduerfnis gehabt, meine mueden Muskeln zu dehnen und ganz freiwillig ein paar Streching-Uebungen gemacht...
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Kerstin
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20 März 2007
Letzter Arbeitstag und Reiseplaene
Passenderweise regnet es an meinem letzten Tag bei Elegant Illusions. Zum Abschied haben wir ausnahmsweise alle mal zusammen Mittagspause gemacht und ein grosses Potluck veranstaltet, bei dem jeder etwas zu essen mitbringt und dann geteilt wird. Bei drei mexikanischen Kolleginnen kommen da natuerlich exotische und leckere Gerichte auf den Tisch.
Zum Abschied gab es dann noch Umarmungen, ein paar Traenchen, Blumen und Geschenke. Meinen letzten Paycheck durfte ich in Empfang nehmen und ein Empfehlungsschreiben kann ich mir morgen abholen.
Denn bis zum 30. Maerz sind wir ja noch hier in Monterey, erst dann geht die grosse Reise los.
Mit dem Arbeiten ist es jetzt aber erstmal vorbei und mit dem Mittagessen-Restaurant-Testen in Pacific Grove, das ich in der letzten Zeit eifrig betrieben habe, auch. Kein spanisches Geplapper mehr, keine heisse Geruechtekueche und nette, neugierige Kolleginnen, die mir zu meinen Rennerfolgen gratulieren. Ach ja, ein bisschen traurig ist es schon, nicht mehr dort zu arbeiten.
Aber es geht weiter und ich freue mich schon sehr auf das naechste grosse Abenteuer, das jetzt vor uns liegt.
Hier ist der Reiseplan:
30. 3. Monterey, CA - Laughlin, NV
31. 3. Halbmarathon in Laughlin, NV
1. 4. Laughlin, NV - Flagstaff, AZ
2. 4. Grand Canyon
3. 4. Flagstaff, AZ - Tombstone, AZ
4. 4. Tombstone, AZ - El Paso, TX
5. 4. Ciudad Juarez, Mexiko
6. 4. *Annikas Geburtstag* El Paso, TX - Rio Grande Village, TX
7. 4. *Mamas Geburtstag* Big Bend National Park
8. 4. Rio Grande Village, TX - Del Rio, TX
9. 4. Del Rio, TX - San Antonio, TX
10./11. 4. San Antonio, TX
12. 4. San Antonio, TX - Galvestone, TX
13. 4. Galveston, TX - New Orleans, LA
14. 4. New Orleans, LA
15. 4. New Orleans, LA - Montgomery, AL
In Montgomery werden wir fuenf Wochen lang wohnen, weil Jon dort einen Kurs absolvieren muss. Wir wohnen dann im Hotel und ich habe fuenf Wochen lang Zeit, die Umgebung zu erkunden und Ferien zu machen, bevor es am 20. Mai dann endgueltig nach Melbourne, FL geht, wo wir uns fuer die naechsten drei oder vier Jahre haeuslich niederlassen. Brownie bleibt, bis wir nach Florida kommen, erstmal hier und wird dann spaeter per Pferdespedition nachgeholt.
Die letzten Tage hier will ich aber noch mal richtig ausnutzen und morgen eine lange Wanderung an der Big Sur Kueste unternehmen.
Wer nach Amerika kommt, kann mal den Test machen, ob er sich hier auch richtig benehmen kann!
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Kerstin
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26 November 2006
Devils Peak und Mount Carmel
25.11.2006
Ich bin extra am Freitag die Meilen gelaufen, die eigentlich für Samstag bestimmt waren, damit wir eine längere Wanderung an der Big Sur Küste machen konnten. Eigentlich sollten es zwei Tage werden, aber Nachtfrost von Donnerstag auf Freitag hat uns dann doch vom Zelten in der Wildnis abgehalten und so haben wir eben den Mount Carmel (4417 Fuß oder 1346 m hoch) auf einer Tageswanderung bestiegen. Auf der Hälfte der Steigung, am Bottchers Gap, gibt es einen Campingplatz und einen Parkplatz, weiter hoch führen nur noch Wanderwege, die für den motorisierten Verkehr gesperrt sind.
Es war sonnig und kalt, den ganzen Tag kaum wärmer als 7°C, also zum Wandern steiler Berge und zum Fotografieren ziemlich ideal. Jon hat für seine Kamera eine neue Linse gekauft und nun boten sich ihm herrliche Motive, denn die Bergwelt des Los Padres National Forest an der Big Sur Küste ist zu jeder Jahreszeit einfach wunderschön. Wir wanderten erst durch den Wald, hatten dann aber je höher wir stiegen immer bessere Ausblicke über Berge, Meer und schließlich konnten wir von der Spitze des Mount Carmel aus sogar nach Hause schauen, die ganze Bucht von Monterey hatten wir im Blick.
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Kerstin
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04 Juni 2006
Molera Horseback Tours
An einem wunderschönen Sonntagmorgen im Frühsommer gibt es ja im Prinzip nur eine wirklich passende Beschäftigung: Wir gehen reiten!
Mangels eigener Pferde sind wir dafür auf die Mietrösser der Molera Horseback Tours angewiesen, etwa eine dreiviertel Stunde südlich von Monterey an der Big Sur Küste gelegen und so versteckt am Ende einer Staubstraße, dass wir schon denken, wir wären zu weit oder falsch gefahren, aber die Schilder lassen keinen Zweifel: Wir sind auf dem richtigen Weg.
Als wir auf dem Gelände der Ranch ankommen, werden die Pferde gerade geputzt und gesattelt, aber wir müssen zuerst noch ellenlange Erklärungen unterschreiben, dass wir das Unternehmen im Falle unseres Todes durch Abstürzen nicht verantwortlich machen, unter keiner schrecklichen Krankheit leiden, die uns zwingt, den Reitsport aufzugeben und nicht mehr als 127 kg wiegen. Kein Problem, das unterschreiben wir doch alles und lassen uns auch noch über die richtige Verhaltensweise auf dem Pferd aufklären: Kein Kaugummi und alle losen Gegenstände wie meine Kamera und Jons Mütze werden mit Strohbändchen fixiert, damit wir auf dem Pferd auch ja nichts fallen lassen. In unserer Gruppe reiten noch zwei indische Touristenkinder mit. Nachdem man sich über den Stand unserer Reiterfahrungen kundig gemacht hat - Jon ist vorher einmal, die Inder noch gar nicht geritten - dürfen wir endlich zu den Pferden. Das heißt, der jeweilige Pferdename wir aufgerufen, das Pferd von einer Hilfsperson zu einem Trittbrett geführt und von diesem aus besteigen wir unsere tapferen Rösser. Da ich schon bei der Reservierung angeben musste, was wir wiegen, bekommen Jon und ich zwei besonders große und kräftige Pferde, Kaltblüter, zugewiesen. Wir werden in die Kunst des Reitens eingeführt und in einer Reihe aufgestellt. Diese Reihenfolge darf unterwegs auf keinen Fall geändert werden. Alles ist hier straff durchorganisiert.
Und so setzen wir uns schließlich im Schneckentempo in Gang. Mein Pferd ist riesig und massig, auf einem Kaltblut habe ich vorher noch nie gesessen. Es heißt Bonnie und trägt einen Markensattel, der ziemlich hart ist. Gut, dass wir nur eine Stunde gebucht haben! Das Pferd vor mir heißt Rocky, ist kleiner und schlanker, aber dadurch kein bisschen schneller. Ganz im Gegenteil, es schlurft so langsam vor sich hin, dass meine arme Bonnie von vorne und hinten - Jon und sind Pferd Kip werden auch langsam ungeduldig - eingezwängt wird.
Die Landschaft ist herrlich und schon nach ein paar Minuten durchqueren wir einen Fluss, was alle Pferde brav mitmachen. Bonnie ist soweit ein nettes Pferd, aber für meinen Geschmack viel zu schwerfällig. Für die eine Meile bis zum Strand brauchen wir fast eine halbe Stunde. Dort angekommen werden wir von unserem Führer Joe fotografiert, reiten noch ein paar Meter am Strand entlang und dann auf dem selben Weg wieder zurück.
Am Fressen werden die Pferde durch Maulkörbe gehindert (sehr praktisch, hätte ich für Poldi auch gut gebrauchen können), sie sind alle auf Trense gezäumt und es werden keine Hilfszügel benutzt. Diese Pferde sind Selbstläufer und man ist sehr auf Sicherheit bedacht, da fast alle Reiter Anfänger sind. Der Anbindebalken, an dem die Pferde oft stundenlang gesattelt auf den nächsten Reiter warten, haben als besonderes Extra eine Regenrinne voller Wasser, die sich automatisch immer wieder auffüllt, wenn sie getrunken haben. Auch das ist sehr praktisch und pferdefreundlich.
Es ist schön, endlich mal wieder auf dem Pferd zu sitzen, aber reiten kann man das, was wir gemacht haben, nicht nennen. Eigentlich wollten wir auch ein Stück traben, aber das wurde von Rocky und dem Inder verhindert, der es nicht geschafft hat, sein Pferd anzutreiben.
Es wird Zeit, dass ich eine Reitbeteiligung finde und endlich mal wieder richtig reiten kann!
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Kerstin
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21:39
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