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28 September 2007

Wunder der Technik

Mit Hilfe meines GPS, das ich eigentlich mehr zum Laufen und Reiten nehme, konnte ich die Route, die wir geflogen sind ebenso gut nachvollziehen wie die Geschwindigkeit und Flughoehe.
So ein Garmin Forerunner 305 ist schon ein geniales Geraet!

Statt ueber Memphis sind wir wegen einer Panne auf dem dortigen Flughafen ueber Dallas geflogen. Irgendwie landen wir immer wieder in Texas...
Gluecklicherweise haben wir auch sofort einen Ersatzflug bekommen und mussten nur eine Stunde laenger am Flughafen warten als geplant.

Spaet in der Nacht - es war schon wieder Mittwoch - sind wir dann auch wieder sicher in Orlando gelandet und von der schwuelen Hitze in Empfang genommen worden.

12 April 2007

Don't mess with Texas

Denn es ist riesengross und so schnell kommt man da nicht durch. Jedenfalls nicht wir. Wir reisen nun schon seit über einer Woche in diesem enormen Bundesstaat, der an unterschiedlichen Landschaften, Leuten, Städten und Wetter nichts zu wünschen übrig lässt.
Von Del Rio, wo mich die Weite und der typisch amerikanische Duft nach Freiheit in ihren Bann gezogen haben, ging es weiter nach San Antonio, die Stadt des Alamo, einer alten spanischen Mission, die vor allem wegen einer Schlacht im Jahre 1836 gegen die Mexikaner berühmt geworden ist und den Amis noch heute heilig ist.

Außer dem Alamo hat San Antonio noch vier andere Missionen zu bieten, die über den Mission Trail miteinander verbunden sind. Irgendwie dachten wir, ein Trail wäre zum Wandern da und wollten, im Gegensatz zu allen anderen Besuchern, die mit dem Auto oder mit dem Bus unterwegs waren, diesen 10 Meilen langen Trail wirklich gehen, aber nachdem wir an der ersten Mission angekommen waren, merkten wir, dass das keine besonders gute Idee war. Denn außer den Missionen hat der Trail wirklich nichts, keine Besonderheiten oder Schönheiten oder Attraktionen zu bieten. In San Antonio geht man lieber auf dem River Walk spazieren. Für die Weltausstellung 1968 wurde ein Teil des San Antonio River kanalisiert und mit Gehwegen auf beiden Seiten versehen. Drumherum siedelten sich alle möglichen Restaurants, Bars und Geschäfte an. Das Ganze ist noch wunderbar bepflanzt und mit kleinen Wasserfällen und anderen Spielereien aufgelockert. Eine sehr schöne Sache im Herzen der Stadt, wo man abends auch hervorragend ausgehen kann.
Wir konnten in San Antonio bei Jons Freund Bryan wohnen, der ihn auch in Deutschland besucht hatte. Wir blieben drei Nächte dort. Zusammen mit ihm und seiner Frau Andrea hatten wir viel Spaß, klapperten alle Touristenattraktionen ab, besichtigten die Shiner Brauerei in "Texas Cleanest Little City", aßen Steak und besuchten die zweitgrößte Bar der Welt, die Cowboys Dancehall, in der an Wochenenden sogar Bull Riding mit echten Stieren veranstaltet wird. Wir waren am Mittwoch, da konnte man nur auf dem mechanischen Bullen reiten. Ein Spaß für $5, den ich mir nicht entgehen lassen habe.

Mittlerweile haben wir auch San Antonio hinter uns gelassen und sind am Golf von Mexiko gelandet, immer noch in Texas und zwar in Galveston, einer total überbauten Halbinsel, die in den Golf hinausragt. 1900 wurde die Stadt von Hurrikanen heimgesucht, was die verrückten Amis aber nicht davon abhielt, alles wieder genauso dicht direkt am Meer wieder aufzubauen und darauf zu hoffen, dass kein neuer Hurrikan mehr kommt. Wie überall an der Golf- und südlichen Atlantikküste, wo wir dann ja auch wohnen werden und genauso hoffen, von Wind und Wellen verschont zu bleiben.
Galveston ist jedenfalls nicht besonders anziehend und das Hotel ziemlich schäbig, aber dafür direkt am Strand. Wegen des starken Windes ist es nicht heiß, aber angenehm warm und wir haben einen schönen langen Strandspaziergang gemacht. Obwohl ein paar Leute im Wasser waren, lud das Meer uns hier nicht so sehr zum Baden ein. Obwohl es natürlich wesentlich wärmer ist als der Pazifik, wo wir herkommen.

Irgendwie passt für mich Texas und Meer nicht zusammen, ich hab mehr den Wilden Westen im Sinn, wenn ich an Texas denke statt der "Redneck Riviera", der etwas heruntergekommenen amerikanischen Variante von Mallorca. Es gibt sogar einen besonderen Strand hier, den East Beach, an dem Alkohol erlaubt ist. Das ist für Amerika ja nicht gerade üblich.
Morgen - Freitag - werden wir Texas dann endlich hinter uns lassen und in den nächsten Bundesstaat nach Louisianna einreisen. Wir wollen zwei Nächte in New Orleans bleiben, dort ein 5-km-Rennen laufen und Freunde aus Monterey treffen, die in der Nähe wohnen. Hoffentlich haben wir dann auch mal wieder Internet, sodass dieser Bericht online gehen kann.

08 April 2007

Amistad National Recreation Area

Frohe Ostern aus Texas!


Ein ziemlich ereignisloses, entspanntes Wochenende in Del Rio, Texas, leider gänzlich ohne bunte Eier, geht zu Ende. Die Sehenswürdigkeiten hier beschränken sich auf Drive-Through Getränkemärkte - das einzig florierende Geschäft in einer sterbenden Gegend, in der mindestens die Hälfte aller Läden für immer geschlossen und private Wohnhäuser aufgegeben und dem Verfall überlassen sind - die Grenze zu Mexiko und die "Amistad National Recreation Area", einen großen internationalen Stausee am Rio Grande, wo Jon und ich zum Abendbrot im Auto gepicknickt und dann noch einen Spaziergang gemacht haben.

Morgen geht es weiter nach San Antonio, wo wir ein paar Tage bei einem Freund von Jon bleiben wollen.

Zum Laufbericht

07 April 2007

Schnee in Texas und Geburtstagsgruesse

Als meine Ausreitpartnerin Ashleigh mir jede Art von Wetter fuer die Reise durch Texas prophezeit hat, hat sie nicht gelogen.
Ich hab ja nicht schlecht gestaunt, als ich gerade vor die Tuer gegangen bin und mir weisses Zeug entgegen kam.
Es schneit!


Jetzt schnell wieder weiter nach Sueden, wo hoffentlich besseres Wetter ist! Gut, dass wir doch noch Winterreifen drauf haben.

Ausserdem:
Herzlichen Glueckwunsch zum Geburtstag fuer alle moeglichen weiblichen Verwandten, die leider auf ganz Europa verteilt und telefonisch nicht zu erreichen sind!
Die Blumen sind noch aus Monterey.

06 April 2007

Unter der Erde und am Ende der Welt

Der Carlsbad Cavern National Park im suedlichen New Mexiko beherbergt ein riesiges Hoehlensystem, so gross, dass praktisch der ganze Berg hohl ist. Am besten erfaehrt man die unglaubliche Tiefe der Hoehle, indem man anstatt des Aufzugs den natuerlichen Zugang, einen eine Meile langen Fussweg, waehlt. Dieser fuehrte uns in Serpentinen direkt in den Rachen des Berges. Es ging abwaerts, und zwar lange und tief. Der Blick zurueck war ebenso beeindruckend wie der Blick hinunter in tiefere Gefielde. Wir hoerten die Fledermaeuse piepsen und nach einer Weile gab es auch immer mehr Tropfsteine.

Leider hatten Unmengen von Osterurlaubern heute an diesem bedeckten und kalten Tag die selbe Idee wie wir und schlenderte im Schneckentempo den Berg hinunter. Wir setzten also mal wieder zum Ueberholen an, aber jedes Mal, wenn wir ein Foto machten, wurden wir wieder ueberholt. Ein seltsames Rennen, aber ich bin zum Langsam-Gehen einfach zu ungeduldig.


Auch der Grund der Hoehle, der "Big Room" war sehr beeindruckend, schon allein wegen seiner unglaublichen Groesse, aber auch wegen sehr schoener, uralter und riesiger Tropfsteine, die - ich gebe es zu - die sauerlaendischen Hoehlen doch ein wenig in den Schatten stellen. Auf einem weiteren etwa eine Meile langem Rundgang konnte man den grossen Raum auf eigene Faust erkunden. Auch hier ueberholten wir jede Menge anderer Besucher und machten jede Menge Fotos.

Bergauf mussten wir im Gegensatz zu unserer Wanderung am Grand Canyon nicht selber laufen - ich glaube, es ist sogar nicht mal erlaubt, den steilen und schmalen Weg zurueck zu gehen - sondern konnten den Aufzug nehmen. Das Restaurant unten in der Hoehle, das laut Reisefuehrer "unverdauliche Speisen aus Styroporbehaeltern serviert" haben wir uns dann doch gespart. Aber ein weiterer Kuehlschrankmagnet musste meiner Sammlung dann doch noch hinzugefuegt werden. Dieser leuchtet sogar im Dunkeln...


Der Rest des Tages verlief sehr ereignislos, denn wir fuhren durch die "Great Plains", groesstenteils ebene und leere Landschaft. Ab und zu mal ein schaebiges Haus, eine aufgegebene Geisterstadt, eine einsame Oelpumpe.
Fort Stockton, wo wir heute uebernachten, ist ein armseliges, heruntergekommenes Kaff, das allenfalls mit Trona um einen Titel bei "Unser Dorf soll schoener werden" konkurieren koennte. Das schlechte Wetter macht es natuerlich auch nicht gerade ansehnlicher. Unser Hotel war wohl einmal ein ehrgeiziges Projekt und der Versuch, Touristen nach Fort Stockton zu locken. Schoene grosszuegige Zimmer mit Kuechenecke, Ess- und Schreibtisch, Wireless Internet und allem drum und dran sind um eine Indoor-Pool-Landschaft gebaut. Es gibt einen Fitness-Raum, Sauna, Whirlpool und natuerlich einen schoenen beheizten Pool, alles sehr schoen mit Palmen und Gruenpflanzen dekoriert. Das Ganze fuer $73 pro Nacht, da kann man ja wirklich nicht meckern.
Beim naeheren Hinschauen allerdings sieht man dann die Spuren der Vernachlaessigung. Im Zimmer gibt es eine Kaffeemaschine, aber keinen Kaffee. Im Fitnessraum funktionieren die Geraete nur halb - was mich aber nicht davon abhalten konnte, sie zu benutzen - und in der Sauna loesen sich die Fliesen vom Boden ab.
Trotzdem ist es natuerlich sehr schoen, im Whirlpool zu entspannen und fuer das Wetter, das sich den ganzen Tag nieselregnerisch und kalt gegeben hat, auf jeden Fall eine bessere Wahl als Camping im Big Bend National Park.
Hier werde ich morgen wohl nicht laufen gehen, sondern lieber warten, bis wir in Del Rio ankommen, denn die Fahrt ist nicht endlos weit und schoener als hier ist es eigentlich ueberall...

05 April 2007

Viva Mexico!


Inzwischen haben wir, wie man sieht, in El Paso ein Internet Cafe gefunden und waren heute Morgen auch schon in Mexiko.
Der Grenzuebertritt ging mit Jon als amerikanischem Staatsbuerger und dank meiner Green Card schnell und unproblematisch. Wir mussten nur pro Person 3 Pesos (ca. 30 ct.) Brueckenzoll bezahlen und schon konnten wir ueber den Rio Grande nach Mexiko einreisen. Das Auto haben wir dann aber lieber doch in El Paso gelassen...
Ciudad Juarez ist einen Tick chaotischer, bunter, unordentlicher und suedlicher als El Paso. Wir schlugen alle Taxi-Angebote aus und machten unseren Erkundungs-Rundgang zu Fuss. Es gibt im Prinzip zwei Zentren, in denen sich das oeffentliche Leben abspielt: Den neuen und den alten Markt. Wir landeten mehr durch Zufall zuerst auf dem neuen Markt mit Kathedrale - die am Gruendonnerstag gerammelt voll war - und den Laeden fuer die Einheimischen. Der Ramsch, der hier verkauft wurde, aehnelte dem in El Paso, nur vielleicht NOCH ein Spur billiger. Aus Amerika voellig ungewohnt mussten wir fuers stille Oertchen bezahlen und bekamen als Gegenleistung ein Stueck Klopapier in die Hand gedrueckt. Sowas hab ich auch noch nicht gesehen... Wir liessen uns ein bisschen durch die Strassen treiben und staunten ueber das Warenangebot. An jeder Ecke wurden an kleinen Strassenstaenden kleingeschnittene Katuspflanzen und Chili-Schoten, Obst und Gemuese verkauft. Es roch stark nach Cilantro und es waren - vielleicht wegen des Feiertags? - unheimlich viele Leute auf den Strassen. Wir kamen uns sehr Gringomaessig, blond und amerikanisch vor.
Auf dem alten Markt, den wir anschliessend besuchten, ist alles auf Touristen ausgelegt. Ein uebereifriger Kellner kam uns ueber die Strasse entgegen gerannt, um uns sein Restaurant waermstens zu empfehlen. Dabei war es noch nicht mal 11 Uhr. Das war nur der erste. Die angebotenen Waren waren viel folkloristischer und schoener, als der Krempel auf dem neuen Markt, aber sobald ich mir etwas anschauen wollte oder auch nur beim Vorbeischlendern wurden wir staendig angequatscht und bekamen lauthals Ponchos, Sandalen, Decken, Schmuck und allerhand "Kunsthandwerk" angeboten, sodass wir im Endeffekt nichts kauften, nur um den Touristenfaengern zu entgehen. Auch essen wollten wir hier nichts, sondern gingen lieber zurueck zum neuen Markt, wo wir uns unser Restaurant selber aussuchen konnten und nicht wie Schafe zur Schlachtbank geleitet wurden.
Die Burritos mit handgemachten Tortillas waren jedenfalls ganz klasse (besser als in Monterey).
Irgendwann hatten wir jedoch genug von dem Chaos und da nirgendwo auch nur eine einzige Postkarte aufzutreiben war, die wir ins ferne Europa haetten abschicken koennen, machten wir uns wieder auf den Rueckweg ueber den Rio Grande. Beim Wiedereintritt in die USA waren die Schlangen laenger und wir mussten unseren Ausweis vorzeigen. Jeder wurde gleich nach seiner Nationalitaet gefragt und als ich mich als Deutsche outete, kam ich mit meinem kalifornischen Fuehrerschein nicht mehr weiter. Einen Pass hatte ich zwar nicht dabei, aber die Green Card reichte dann zum Glueck doch und ich durfte wieder nach Texas.
Und da sind wir nun im Internet Cafe und ruhen uns fuer die weitere Reise aus. Den Big Bend National Park werden wir nun wohl leider ausfallen lassen, denn fuer Samstag sind Gewitterstuerme angesagt und es soll nachts wieder bitterkalt werden. Keine guten Voraussetzungen zum Zelten und Wandern, also haben wir unsere Route etwas abgeaendert, wollen morgen den Carlsbad Cavern National Park besuchen und dann nach Fort Stockton uebernachten, bevor wir die naechsten zwei Naechte in Del Rio (immer noch Texas) in der Naehe eines grossen Stausees und - mal wieder - der mexikanischen Grenze verbringen.

Wilder Westen inklusive

Wie das auf Reisen so ist: Manchmal hat man Internet, manchmal nicht. Weder gestern in Tombstone, Arizona noch heute in El Paso, Texas haben wir Wireless Internet, also wird dieser Bericht wohl mit Verspaetung erscheinen muessen.
Wir sind jedenfalls nach der Grand Canyon Besichtigung wieder in die Wueste gekommen, immer noch relativ hoch ueber dem Meeresspiegel, aber doch einiges niedriger als Flagstaff, weiter suedlich und daher auch waermer und trockener.
Tombstone, "The Town to tough to die", ist eine erstaunlich gut erhaltene und trotzdem lebendige richtige alte Westernstadt mit staubiger Main Street - gluecklicherweise fuer den Autoverkehr gesperrt, was in Amiland ja selten vorkommt - auf der sich beruehmte historische Schiessereien abgespielt haben. Die Gebaeude auf der Main Street sind original erhalten, mit Saloons, in denen sich echte und verkleidete Cowboys und Touristen tummeln, Andenkenlaeden, Museen, aber auch Banken, Apotheken und einem Lebensmittelgeschaeft. Als wir gegen 6 Uhr ankamen, waren allerdings die meisten Geschaefte und Sehenswuerdigkeiten bereits geschlossen, Restaurants und Saloons hatten aber noch auf und wir mussten weder verhungern noch verdursten. Unser schoenes, uriges Motel war ausserdem nur einen Block entfernt von der Hauptstrasse.


Am naechsten Morgen konnte ich es kaum abwarten laufen zu gehen, denn das ist in der Wueste immer ein besonderes Erlebnis. Es war um halb sieben morgens noch angenehm kuehl und die Sonne war gerade erst aufgegangen. Ich lief aus der Stadt hinaus in die Wueste, Staubstrassen folgend und erstmal immer bergab, denn Tombstone liegt am Hang und nach Norden geht es bergab. Doch die klare Luft half, den Weg nach zwei Meilen auch wieder hoch zu laufen. Zum Schluss noch durch die historische Innenstadt, auch ein geniales Erlebnis und dann Fruehstueck draussen vor dem Hotel auf einer Bank im Sonnenschein. Herrlich.


Mit Jon war ich dann auch noch mal auf Stadtrundgang und wir besichtigten den beruehmten Boothill Friedhof, auf dem viele Opfer legendaerer Schiessereien und Justizirrtuemer aus dem Wilden Westen begraben sind.


Wir hatten genug gesehen und fuhren weiter, heute mal komplett ueber Nebenstrassen durch eine Gegend, die fuer jeden Western Kulisse spielen koennte - wir sind schliesslich auch mitten im Wilden Westen. Sogar die ueber 15 m hohen Saguaro-Kakteen, bei Lucky Luke ein unverzichtbarer Bestandteil der Landschaft, kommen eigentlich nur hier vor und wir hatten schon gestern auf der Fahrt nach Tombstone die Gelegenheit, diese im Saguaro National Park ganz aus der Naehe zu bewundern.


Das Thema der heutigen Fahrt war die Grenze zu Mexiko. Wir fuhren so weit suedlich wie moeglich und erlebten neben atemberaubender Landschaft, Leere, Weite, Trockenheit und immer weniger Bergen die Naehe zur mexikanischen Grenze in Form von unzaehligen "Border Patrol" Fahrzeugen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die 3000 Meilen lange Grenze zu bewachen. Als Europaeer offene Grenzen gewohnt war es fuer mich doch irgendwie seltsam, stundenlang an einer gesicherten und streng bewachten Grenze entlang zu fahren.


Wir fuhren durch New Mexiko nach Texas und landeten am fruehen Abend in El Paso, dem amerikanischen Teil einer binationalen und bilingualen Grossstadt auf beiden Seiten der Grenze - in diesem Fall des Rio Grande, der die Grenze markiert. Das Hotel ist relativ alt, besitzt viel "Atmosphaere" und einen Concierge, der sich als ungeheuer geschwaetzig erwies. Stundenlang wurden wir vollgequatscht und als wir dann endlich essen gehen wollten, waren alle Restaurants geschlossen, obwohl es doch erst sieben Uhr war. Wir trafen auf unserem Stadtrundgang nur hunderte von Mexikanern, die mit Einkaufstueten beladen Richtung Grenze marschierten. Die Laeden waren vollgestopft mit billigen Ramsch und das Ganze erinnerte uns doch sehr an den Flohmarkt in San Jose.
Essen die Leute hier etwa kein Abendbrot? Schliesslich fanden wir doch noch ein nettes Restaurant, das tatsaechlich bis Mitternacht auf hat. Da muss ich doch grad mal anmerken, dass es hier zwar kein Ladenschlussgesetz gibt, aber trotzdem alle Laeden und Cafes und ueberhaupt alles zwischen 5 und 6 Uhr dicht macht.
Morgen wollen wir uns dann mal auf Besichtigungstour nach Ciudad Juarez, der mexikanischen Seite der Stadt, machen. Ich bin ja mal gespannt, was fuer Abenteuer da wieder auf uns warten.