Jons Vater aus Iowa war fuer ein paar Tage hier und wir haben einige schoene Ausfluege gemacht.
Am Samstag hat er uns morgens nach Orlando zu einem 10-km-Lauf begleitet.
Von dort aus sind wir zum Merritt Island Wildlife Refuge gefahren.
Am Cape Canaveral National Seashore konnte ich dem kuehlen Nass einfach nicht widerstehen.
Natuerlich sind wir die ganze Zeit in seinem dicken Pickup-Truck durch die Gegend gefahren, denn in ein kleineres Auto passt er ja kaum rein...

Freundlicherweise hat er Jon beim Rasenmaehen und bei der Reparatur einiger Geraete geholfen.

Sonntag waren wir wieder am Strand, Dienstag beim Baseball und gestern dann das Highlight:
Wir konnten (fuer Jon und mich zum zweiten Mal) den Abschuss eines Space Shuttles vom Cape Canaveral aus beobachten.
Mehr Bilder hier!
09 August 2007
Verwandtenbesuch an der Space Coast
17 Juli 2007
Let's go, Manatees!

Brevard County, also praktisch unser Landkreis, hat ein eigenes Baseball Team, passenderweise mit einer Seekuh als Maskottchen.
Das Space Coast Stadium, wo die Heimspiele der Manatees stattfinden, ist auch nicht weit entfernt und an einem lauen Abend in Florida gibt es nicht viel Entspannenderes, als zum Baseball zu gehen und sich ein Spiel anzuschauen. Man sitzt bequem in Plastiksitzen, laesst sich unterhalten, kann ab und zu mal aufstehen und sich ein Eis holen oder bekommt die Chance, einen Ball aufzufangen, der aus Versehen ueber das Spielfeld geworfen wird. Das Maskottchen Manny huepft durch die Gegend und macht seine Faxen und nach dem 4. Inning werden alle Kinder dazu aufgefordert, einmal quer ueber den Platz zu laufen. Ab und zu gibt es Fan-Gesaenge ("Let's go, Manatees!") oder jemand aus dem Publikum wird dazu aufgefordert, ein paar Fragen zum Allgemeinwissen zu beantworten und gewinnt dafuer eine Kiste Cola. Es werden Frisbeescheiben mit dem Manatee-Logo ins Publikum geworfen und nach dem Spiel kann man einen nummerierten Tennisball kaufen und versuchen, ihn in einen der extra fuer diesen Zweck im Stadium ausgelegten Hula-Hoop-Reifen oder Pappkarton zu werfen und Preise zu gewinnen.
Da das Team nur in der Unterliga spielt, sind die Eintrittskarten mit $7 pro Person fast billiger als Kinokarten und Parken ist auch umsonst.
Gestern waren Jon und ich schon zum dritten oder vierten Mal im Stadium und wie immer war es ein sehr netter und entspannter Abend, bei dem ich mich fast mehr an den Nebenaktivitaeten in den Zuschauerraengen amuesierte als das Spiel gegen die Blue Jays aus Dunedin, das die Manatees mehr oder weniger souveraen gewannen, zu verfolgen.

Besonders lustig fanden wir dann nach dem Spiel die Tatsache, dass an alle Zuschauer am Ausgang des Stadiums kostenlos Brot verteilt wurde, eine Werbeaktion der Brotfirma. Es war sogar Vollkornbrot dabei, sodass wir natuerlich gleich eins mitnahmen.
10 September 2005
Baseball
Der Ursprung der amerikanischen Kultur und allem anderen ueberhaupt liegt in diesem Spiel. Es IST Amerika, die amerikanische Seele sozusagen, und wenn ich leben will, MUSS ich Baseball zumindest gucken. Spielen waere noch besser, aber im Werfen war ich schon immer grottenschlecht.
Egal, jedenfalls machten wir uns heute morgen zu relativ unchristlicher Zeit (9:20) auf den langen Weg nach San Francisco, um diesem sportlichen Ereignis der Spitzenklasse beizuwohnen. Wir waren zu viert, Jon war der Fahrer, Adam, Jill und ich leissen uns kutschieren.
Es gibt verschiedene Arten, ein Baseball-Spiel zu besuchen. Da wir eine relativ weite Anreise von fast zwei Stunden hatten, nutzten wir die zweitintensivste Moeglichkeit, alles an Erlebnis und Aufregung herauszuholen. Die intensivste Moeglichkeit lernte ich kennen, sobald wir auf dem riesigen Parkplatz, einer einmaligen Asphaltwueste, umgeben von Maschendrahtzaeunen, ankamen.
voellig ueberteuertes Parkticket
Doch zunaechst schockte der Preis fuer ein Parkticket. 20 Dollar (umgerechnet 16 Euro) uebersteigt alles, was ich je an Parkgebuehren fuer moeglich gehalten haette. Es gab aber auch noch einen Parkplatz fuer 25 Dollar, der ein bisschen naeher am Ballpark lag, doch den nahmen wir dann doch nicht.
Auf dem Parkplatz waren wir beileibe nicht die ersten Gaeste, obwohl das Spiel erst zwei Stunden spaeter anfangen sollte. Tatsaechlich hatten viele ihren Grill und Klappstuehle auf dem Parkplatz aufgebaut und verspeisten mit wachsender Begeisterung grosse Mengen an Hot Dogs. Verrueckt! Wahrscheinlich waren diese Leute von noch weiter angereist als wir und hatten furchtbaren Hunger? Wer weiss, jedenfalls trafen wir puenktlich zum Oeffnen der Stadiontore ein und konnten gleich einen Rundgang durch den SBC Ballpark starten, der wunderbar direkt am Wasser gelegen ist. Diesen Umstand machten sich viele Menschen in Motorbooten, Kanus und ueberdimensionalen Baseballhandschuhen, die als Schlauchboote genutzt wurden, zu Nutze, um vor dem und waehrend des Spiels unmittelbar hinter der dem Wasser zugeneigten Seite des Stadions auszuharren und auf einen evt. ueber die Mauer fliegenden Ball zu hoffen, den sie dann haetten auffangen koennen. Wahrscheinlich die coolste Art, ein Baseballspiel mitzuverfolgen, auch wenn diese tapferen Seeleute das Spiel im Fernsehen sehen mussten (soweit das auf dem Wasser moeglich ist), denn durch die Wand konnten sie leider nicht sehen.
Wir jedoch wollten in den Ballpark, denn angeblich sollte dort ein letztes Training vor dem Spiel stattfinden, bei dem uns die heissbegehrten Baelle nur so um die Ohren fliegen wuerden.
Tatsaechlich waren auch schon ein paar Spieler auf dem Feld, die sich aber damit begnuegten, Autogramme zu verteilen und ein paar Kniebeugen zur Auflockerung zu machen.
Adam ist aus Chicago und deswegen sind er und seine Frau Jill grosse Fans der Cubs, also der gegnerischen Mannschaft der San Francisco Giants, was sie durch entsprechende Kleidung zum Ausdruck brachten. Jon ist eher neutral und ich habe vom Baseball sowieso ueberhaupt keine Ahnung.
Auf jeden Fall holte Adam sich trotzdem ein Autogramm von einem Giants-Spieler und wir assen leckere Garlic Fries, die schon allein wegen ihres Knoblauch-Gehalts unter das Waffengesetz fallen muessten. Da dies in Amerika bekanntermassen aber recht, naja, grosszuegig gehandhabt wird, waren wir ohne grosse Umstaende in der Lage, diese kulinarische Koestlichkeit zu erwerben und zu verzehren, allerdings mit der Auflage, im Anschluss das mitgelieferte Mintbonbon zu uns zu nehmen. Ein bisschen schwieriger wurde es schon mit dem Bier, hier mussten wir (wie fast immer) unsere Ausweise vorzeigen um zu beweisen, dass wir schon ueber 21 sind... Als wenn sich ein Jugendlicher ein Bier fuer $7,25 leisten koennte! Die Preise sind aber laut Jon extra so hoch, damit sich die Leute nicht sinnlos besaufen. Als weitere Massnahme wir in den letzten zwei von neun Innings ueberhaupt kein Bier oder sonstige alkoholische Getraenke mehr verkauft.
Die Zeit bis zum Spiel vertrieben wir uns also mit dem Ausprobieren der verschiedenen Leckerbissen, zu denen auch Bratwurst mit Sauerkraut gehoerte und mit dem Bewundern des Aufwaermens der Cubs, die sich nun auch endlich auf dem Spielfeld einfanden.
Leider mussten wir die unteren Raenge bald verlassen, da das Spiel irgendwann anfangen sollte und wir guenstigere Karten auf einer hoeher gelegenen Tribuene hatten.
Irgendwann war es dann soweit: Alle wurden aufgefordert, sich zu erheben und die Huete und Muetzen abzunehmen, denn jetzt wurde die Nationalhymne gesungen. Allerdings nicht von allen zusammen, sondern von einer einzelnen Saengerin, die mitten auf dem Spielfeld ihre Kuenste zum Besten gab. Die Aufgabe der Zuschauer war nur, mit der Hand auf dem Herzen dazustehen und moeglichst ergriffen zu gucken. Naja, solange man aufstand und nichts auf dem Kopf hatte, ging's noch, ein Kompromiss, den ich durchaus einzugehen bereit war...
Baseball ist in weiten Teilen ein ziemlich ereignisloses Spiel, weil alles darauf ankommt, dass
1. der Werfer (pitcher) den Ball haargenau in die richtige Richtung und Position wirft
2. der Schlaeger (beater) den Ball dann auch noch trifft
3. der Schlaeger den Ball in die richtige Richtung haut und
4. kein Spieler der gegnerischen Mannschaft den Ball aus der Luft auffaengt.
Erst wenn alle diese Voraussetzungen zutreffen (was recht selten der Fall ist), kann der beater seinen baseball stick wegschmeissen und um sein Leben zur naechsten base rennen.
Wenn nicht, wird entweder nochmal geworfen oder er ist ausgeschieden oder er darf zur ersten base spazieren, wenn der pitcher dreimal daneben geworfen hat.
Letztendlich gewannen die Cubs 5:2, es wurden jede Menge Baelle ins Publikum aber keiner zu uns hoch und keiner ins Wasser geschleudert und wir sind auch nicht ins Fernsehen gekommen, obwohl Jill vorher extra ein Schild geschrieben hatte, das sie waehrend des Spiels immer wieder hochhielt.
Hier kannst du dir den objektiven Bericht des Spiels durchlesen (falls dein Englisch gut genug ist...)!
Besonders enthusiastisch war allerdings niemand ueber den Sieg, viele Zuschauer verliessen das Spiel schon waehrend des letzten Innings (waehrenddessen, wir erinnern uns, kein Bier mehr verkauft wird. Mag das der Grund gewesen sein?) und auch wir machten uns auf den Heimweg, sobald das Spiel vorbei war.
Gut gesaettigt und um einige Dollars aermer fuhren wir nach Hause und kamen tatsaechlich erst im Dunkeln an, was beweist, dass so ein Baseballspiel tatsaechlich ein Ganztagsevent ist!
Bilder unter San Francisco/Baseball!
Eingestellt von
Kerstin
um
20:59
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Labels: Baseball, Kalifornien, San Francisco, USA


