06 Januar 2009

Hibbelzeit


Peak Performance - auf dem Höhepunkt der Leistungsfähigkeit sein - und Tapern - Ausruhen vor dem großen Rennen - passen einfach nicht zusammen. Da werden die Füße kribbelig, der Kopf ganz kirre und zu allem Überfluss ist man auch noch furchtbar anfällig für Erkältungskrankheiten.

Bis vor ein paar Stunden dachte ich noch und habe es auch noch bei den Kommentaren geschrieben, dass ich diese letzte Phase vor dem Marathon diesmal wirklich genießen würde. Schließlich war das Training furchtbar hart und ich bin wöchentlich Strecken gelaufen, die einen schon beim Nennen der Zahlen müde werden lassen.

Aber ach, nun sitze ich hier. Habe zu viel Zeit. Bin heute Morgen fantastische 14,5 km gelaufen, schnell und richtig klasse. Bei Sonnenaufgang, Windstille, sich gerade verziehendem Morgennebel. Ein wunderschöner Start in den Tag. Es ist noch zu warm, um zum Stall zu gehen. Ich kann mich nicht dazu bringen mich mit irgendwas Vernünftigem zu befassen, denn das Haus habe ich gestern schon aufgeräumt.

In meinem Hals kratzt es, mich plagen leichte Kopfschmerzen. Ab und zu muss ich husten. Ich kann mich schon gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal krank war. Klar, dass das wieder 1 1/2 Wochen vor dem Marathon kommen muss. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich nicht wirklich krank werde. Bisher ist es auch immer wieder bis zum Marathon wieder weg gegangen.

Ich werd verrückt. Diese künstliche Pause, obwohl man eigentlich topfit ist, macht mir doch immer wieder zu schaffen. Ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin. Aber komisch ist es schon, dass ich mich nach dem Lauf heute Morgen UND der Erkältung bei Weitem nicht ausgelastet fühle. Und trotzdem kann ich mich nicht aufraffen. Dabei bin ich eigentlich müde, aber mehr im Kopf und eben nicht in den Beinen. Komisch, wie erholt und frisch meine Beine sind. Als könnten sie ewig laufen.

Sollen sie ja auch, nicht ewig, aber einiges über drei Stunden und das auch noch so schnell wie möglich. Aber erst am 18. Januar. Wenn ich wenigstens mit meinem Kopf etwas Produktives anfangen könnte.

Ich geh jetzt reiten. Sonst dreh ich hier noch durch!

10 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ganz ruhig bleiben, alles wird gut.

Das Kratzen im Hals rührt bestimmt vom Flug und/oder der Luftveränderung, und ich wünsche dir, dass es ganz schnell vorüber geht.

18. Januar - bis dahin sind noch ein paar -Tage Zeit, und dann, wehe, wenn sie los gelassen.

Ich halte alle Daumen !

Kerstin hat gesagt…

Margitta, ich denke auch, dieser abrupte Klimawechsel ist Schuld. Muss es sein ;-)
Nur dumm, dass in Arizona auch wieder ein ganz anderes Klima ist, warm und trocken naemlich. Deswegen habe ich den Lauf ja auch ausgewaehlt.
Und dann auch noch wieder die Fliegerei stundenlang auf engstem Raum mit 300 Fremden, die die Viren und Bazillen nur so verstroemen.
Da macht man was mit!

Mir geht es heute aber auch schon wieder besser.

Danke fuers Daumendruecken!

Jasmin... hat gesagt…

Und wie immer ein tolles Foto von Dir!

Gerd hat gesagt…

Wie so ein Rennpferd vor dem Start.
Lasst sie endlich raus uns Laufen!
Ein paar Tage musst Du dich noch gedulden!

Kerstin hat gesagt…

Jassi, danke! Das ist direkt nach dem Laufen aufgenommen.

Gerd, wenn's doch NUR noch ein paar Tage waeren!

Pienznaeschen hat gesagt…

Rein vorsorglich drück ich mal mit die Daumen gegen jegliche Erkältungsvire die es geben mag.

Vielleicht braucht es auch gerade dieses Kribbeln und diese Spannung um dann an dem Tag richtig rennen zu können? Versuch ein wenig dieses Kribbeln und die Vorfreude zu genießen - wenn es schon nicht abstellbar ist, dann wenigstens genießbar;)

Kerstin hat gesagt…

Pienznaeschen, auch dir vielen Dank fuers Daumendruecken. Ich glaube, es hilft schon.
Geniessen ist natuerlich leichter gesagt als getan. Ich brauche jetzt vor allem Selbstvertrauen, dass ich mein Ziel erreichen kann. Ich arbeite dran!

Indy hat gesagt…

Mach Dich nicht jeck, Kerstin - datt wird! hast noch 10 Tage Zeit und jemand, der so gut trainiert wie Du, wird kein Problem haben---kratzen hin oder her!

Anonym hat gesagt…

Die Beschreibung von Gerd mit dem Rennpferd passt. Bis auf das Krankheitsgefühl geht es aber doch. Krank werden darfst und sollt Du natürlich nicht. Aber dieses Hibbeln, Unruhigsein, fast wie Schmetterlinge im Bauch, sich nicht anderweitig ablenken können, ist irgendwie - so finde ich - immer gleichzeitig schön und nervend *lach* Fast schon ein Wunder, dass man keine Löcher in den Boden scharrt. Halt durch Kerstin, hihi.

Kerstin hat gesagt…

Michi, ich glaub ich habs jetzt ein bisschen besser raus. Problem ist nur, dass ich jetzt gar nicht motiviert bin zu laufen und es immer wieder aufschiebe. Wenn ich dann erstmal draussen und eingelaufen bin, ist es aber wieder super. Ist schon eine komische Zeit...