15 Mai 2009

Probieren geht ueber Studieren

Am nächsten Morgen konnten wir uns Zeit lassen, da wir nur einen kurzen Ritt vor uns hatten. Sabine und ich mußten unbedingt noch die Hobbels an unseren Pferden ausprobieren. Poldi war so erstaunt, daß er die Vorderbeine nicht einzeln bewegen konnte, daß er bei dem Versuch immer wieder stieg. Doch als er entdeckte, daß er trotzdem noch fressen konnte, war die Welt wieder in Ordnung und er akzeptierte die Fußfesseln ohne Probleme.

Außerdem wollten wir auch die Westernsättel von Claudia und Kathrin testen, da wir mit unseren Vielseitigkeitssätteln nicht so zufrieden sind. Sie standen Poldi und Theo sehr gut.

Um 12 Uhr konnten wir endlich losreiten. Wir entschieden uns für einen Abstecher zum Wasserschloss Haus Marck, der uns über traumhafte Wege zu einem verwunschenen Schlösschen führte.

Von hier war es nicht mehr weit bis Tecklenburg, so dass wir auf die Idee kamen, die historische Altstadt zu besichtigen. Über einen atemberaubend steilen und leider auch glatten gepflasterten Weg erreichten wir ohne Schaden die Altstadt, wo wir endlich Postkarten kaufen konnten. Die Leute staunten nicht schlecht, als wir die Pferde am Marktplatz anbanden. Wir versuchten auch, sie aus dem Dorfbrunnen zu tränken, doch der Springbrunnen war ihnen nicht geheuer.

Zurück konnten wir den steilen Weg nicht reiten, also ging es an einer großen Landstraße entlang zum Friedenspfad. Was für ein Glück, dass die Pferde alle verkehrssicher sind.

Zurück auf dem Friedenspfad wartete die nächste Herausforderung auf uns: Der Dickmannsberg, der mit 175 Meter Höhe die höchste Stelle darstellt.

Der Aufstieg ging noch ganz human über Wanderwege, doch bergab wurde es plötztlich so steil, dass ich Angst hatte, Poldi könnte einfach losgaloppieren und sich den Hals brechen. Doch ich hatte meinen Haflinger unterschätzt. Im ruhigen Schritt suchte er sich seinen Weg und niemand musste absteigen. Unten angekommen lockte der steile Berg zum Galopp, daß niemand widerstehen konnte und wir den Abstieg erneut antreten mussten. Über eine Wiese gelangten wir wieder auf normale Wege, doch es blieb hügelig.

Nebenbei lernte Theo auch noch, auf dem rechten Randstreifen zu gehen. Claudia drängte ihn mit ihrem dicken Hafi an den Rand, und auf einmal merkte er, dass dort keine Gefahr lauert. Seitdem kann er problemlos auf beiden Seiten geritten werden. Ein kurzer Wanderritt kann für ein junges Pferd ideal zum Lernen sein.

Auf dem Hof Wiebusch, unsere Endstation, angekommen, warteten schon unsere Eltern mit den Anhängern auf uns. Die Pferde konnten sich in komfortablen Ständern mit Selbsttränken von dem Ritt erholen. Jetzt zappelte kein Pferd mehr herum oder bewegte auch nur einen Huf mehr als erforderlich. Sie waren froh, sich ausruhen zu können. Mein erster Wanderritt war zu Ende. Es hat keine Pannen gegeben, keinen Satteldruck, keine verlorenen Hufeisen oder Lahmheiten. Die Pferde, die sich nicht kannten, haben sich auf der Wiese gut vertragen, die Reiter und unser wunderbarer Trossfahrer ebenfalls. Wir haben uns dank der exzellenten Beschilderung nicht verritten, und das Wetter hat auch mitgespielt. Besser kann ein Wanderritt nicht verlaufen. Ich freue mich schon den nächsten!

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