30 Mai 2009

Invaliden Rennen


Das war mal ein sehr seltsames Rennen fuer uns, bei dem wir die ganze Veranstaltung aus einer komplett anderen Perspektive anschauen "durften".
Am Samstag waren wir in Des Moines, der Hauptstadt Iowas, zum Dam-to-Dam angemeldet. Ich von vorneherein nur fuer die 5 km, die ich aber eigentlich rasend schnell laufen wollte und Jon fuer die 20 km, fuer die er eigentlich fit und gut trainiert war und auf eine gute Zeit gehofft hatte. Wegen unser diversen Verletzung ist aus diesen urpsruenglichen Plaenen natuerlich nichts geworden. Ich haette vielleicht die 5 km in 22 Minuten oder so laufen koennen, aber das haette mich 1. auch nicht weiter gebracht und 2. waere das meinem IT Band ganz bestimmt nicht bekommen. Fuer Jon waren 20 km zu lang.
Wir lassen ja ungern ein Rennen aus, vor allem wenn es sich um Iowas groessten 5-km-Lauf handelt, und so war der neue Plan, zusammen die 5 km zu joggen.
Freitag Abend fuhren wir also mit einem Auto von Jons Eltern die knapp 150 km nach Des Moines, um unsere Startunterlagen abzuholen. Dort gab es zwar nicht viele Laufsachen zu kaufen oder eine Pasta Party, aber dafuer Freibier und Smirnoff Ice in rauen Mengen, dazu soviele Chips und Eis wie man essen konnte. Keine Ahnung, wie das zu einem erfolgreichen Wettkampf betragen soll. Sowas habe ich auch noch nie gesehen.

Die Startzeit 9:30 fanden wir sehr angenehm, denn so konnten wir endlich mal vor einem Lauf ausschlafen und sogar noch das Fruehstueck im Hotel mitbekommen.

Als es an der Zeit war stellten wir uns brav bei dem 9/mile (5:35/km) Schild auf. Wie erwartet mussten wir natuerlich am Anfang noch viel langsamer laufen, weil die Strassen total verstopft waren von Laeufern vor uns und um uns herum. Man hatte kaum Platz zum Laufen. Obwohl wir immer noch viel langsamer waren als sonst, ueberholten wir staendig. Das bringt mich wieder zu der Frage, warum sich niemand richtig aufstellen kann. Normalerweise sind wir ja viel weiter vorne, da hat man sich schnell "freigelaufen", aber hier in der Mitte des Feldes draengelten sich die Laeufer bis ins Ziel. Ab und zu hielt mal einer an und ging und an den Mini-Huegelchen schnaufte und schniefte es um uns herum. Es war eine sehr interessante Erfahrung, 5 km zu joggen. Jetzt verstehe ich auch, warum manche Leute Wettkaempfe nicht moegen. Wenn man nicht genug Platz hat um sein eigenes Tempo zu laufen und kaum eine Chance an Wasser zu kommen, ist das auch nicht das Ideale. Diesmal haben wir einfach auf Wasser verzichtet. Jetzt verstehe ich auch, warum in Runner's World und Co. Tipps und Tricks fuer das Laufen in Massenveranstaltungen gegeben werden. Normalerweise haben wir diese Probleme nicht und es war wirklich mal interessant, eine andere Perspektive zu erleben.

Jon war klasse und hielt mich immer wieder zurueck, wenn ich vorpreschen wollte. In 28:41 ueberquerten wir zusammen die Ziellinie. So gar nicht kaputt und ausser Atem, sondern fuers Foto grinsend.

Das war wohl der langsamste 5-km-Lauf unseres Lebens, aber wir waren trotzdem froh, dass wir mitgemacht haben. Der Lauf hinterliess keine Auswirkungen an unseren diversen Verletzungen und am Schluss war es doch sehr nett. Und solange Jons Eltern in Iowa leben haben wir sicher noch oefter die Chance, bei diesem Lauf mitzumachen!

4 Kommentare:

Gerd hat gesagt…

...dafuer Freibier und Smirnoff Ice in rauen Mengen, dazu soviele Chips und Eis wie man essen konnte...
Das sind aber sehr merkwürdige Utensilien für eine Vorbereitung auf ein Rennen. Da hat wohl der Sponsor seinen Kopf durchgesetzt.
Mit dem langsamen Laufen habt ihr wirklich mal gesehen was so im Hauptfeld abgeht. Da werdet ihr das nächste Mal entsprechend Gas geben damit Euch das erspart wird. ;-)

michi hat gesagt…

Hihi, ich war beim Lesen sehr gespannt, was bei Euch joggen bedeuten wird und war ehrlich gesagt erstaunt, dass Ihr tatsächlich langsam (ist ja relativ für jeden Einzelnen) gelaufen seid. Finde ich klasse, dass Ihr den Lauf so doch noch mitgemacht habt und eine neue Erfahrung, sei es bei der Aufstellung oder bei den Getränkestellen habt ihr mal aus einem anderen Blickwinkel miterlebt.

Das hieß bestimmt Smirnoff-Party. Lustig, was es so alles gibt. Mit Chips eine ideale Laufgrundlage im Magen, kicher. Öhh, ich glaub mir wird übel ;-))

jo hat gesagt…

gell, wenn man langsamer läuft kriegt man richtig was mit *g*? als ich mal eine freundin gepacemakert hab, gings mir ähnlich. war richtig schön, das rennen "aus der distanz" mitzumachen...

weiterhin viel spass auf eurer reise

Pienznaeschen hat gesagt…

*grins* also könnt Ihr für Euch daraus ziehen, das ihr eigentlich verdammt schnell seit, denn bei Euch da vorne ist viel mehr Platz .... da können nicht so viele Mithalten, auch ein tolles Gefühl, gell? ;)

Spaß hat es gemacht und das ist die Hauptsache :)