17 Mai 2009

Cross Training





Dass ich meine Laufpause komplett auf dem Sofa verbringen würde dachte wahrscheinlich sowieso niemand. Nun habe ich ja endlich Zeit und Energie, andere Sachen zu machen, die sonst dem Laufen untergeordnet sind und weichen müssen. Wie Radfahren. Oder Barrel Racing.
Mit einem IT-Band Syndrom sollte man zwar bergab laufen und treppensteigen vermeiden, aber Radfahren in niedrigen Gängen ist durchaus erlaubt. Von Reiten habe ich nichts gefunden, aber solange es nicht weh tut: Warum nicht?

Nachdem meine 33 km lange Probe-Radtour am Donnerstag sehr gut geklappt hat, bin ich Freitag zu einer längeren Fahrt über den Tropical Trail zum Strand aufgebrochen. Am Ende dieser langen, zum Radfahren besonders gut geeigneten Straße über die vorgelagerte Küsteninsel Merritt Island führt eine Brücke zur zweiten Insel direkt am Meer.
Vorher noch Mittagspause bei Panera Bread, und dann über die Küstenstraße A1A immer am Atlantik entlang wieder zurück nach Norden durch Cocoa Beach.

Jetzt hatte ich Rückenwind, da ging es natürlich schneller als auf dem Hinweg. Noch eine kurze Pause im Lori Wilson Park am Strand um meine Wasserflasche aufzufüllen und über den Cocoa Beach Causeway mit seinen vielen Ampeln, die natürlich mal wieder alle rot waren, wieder zurück nach Hause.

80,7 km bin ich gefahren und habe ohne Pausen 3:17:02 gebraucht. Das war eine sehr schöne Tagestour. Das Gute am Radfahren ist nämlich, dass man auch bei Hitze tagsüber unterwegs sein kann, während ich zum Laufen ganz früh aufstehen muss, um noch einigermaßen erträgliche Temperaturen zu haben.




So ist dann auch das Wochenende anders als sonst mit Ausschlafen und zusammen frühstücken. Samstag Morgen habe ich Waffeln gebacken, wozu sonst ja auch keine Zeit ist, wenn ich um halb sechs aufstehe und um sechs oder halb sieben laufen gehe. Diesmal ging es aber mit Stephanie und den Pferden nach Mims zum Barrel Race. Das fing erst um elf an. Bis wir endlich zum ersten Mal dran waren vergingen noch ein paar Stunden, aber es gab genug zu sehen, einige Verkaufsstände mit Pferdesachen und Fachsimpeleien mit anderen Reitern. Die meiste Zeit saßen wir unter Stephanies Schatten Pavillon, wo man es sehr gut aushalten konnte.

Die Wettbewerbe selber, Barrel Race, Pole Bending und Hair Pin haben auch sehr gut geklappt und Spaß gemacht. Man merkt schon, dass Brownie und ich so langsam mehr Routine in diesen Veranstaltungen bekommen. Unsere Zeiten werden von Mal zu Mal besser, die Ritte flüssiger und ich traue mich Brownie mehr anzutreiben ohne dabei zu viel zu riskieren. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass ich vielleicht doch vorher mal ein bisschen üben sollte. Das letzte Mal, dass wir Barrels und Poles geritten sind war beim Turnier letzten Monat. Hätte ich nicht so ein wunderbares Pferd, das mich praktisch von alleine um die Stangen und Tonnen trägt, auch auf etwas konfusere Hilfen reagiert und das Beste daraus macht, wären wohl nicht alle Poles so sicher stehen geblieben. Zum Glück ist Brownie ein Schatz!

Wer es bis hierhin geschafft hat mitzulesen, erfährt nun auch von meinen Plänen für die nächste Woche.
Vorletzte Weihnachten bin ich ja mit dem Rad nach Key West gefahren, nach dem Gate River Run von Jacksonville nach Hause. Damit habe ich schon einen großen Teil der Atlantikküste Floridas bewältigt. Einen großen Teil, aber eben noch nicht alles und überhaupt hört die Welt ja auch an der Grenze Floridas nicht auf.
Jetzt ist genau die richtige Gelegenheit, diese Tour fortzusetzen:

  • Ich muss sowieso wegen der Verletzung mit dem Lauftraining aussetzen.
  • Die Hurricane Saison steht zwar vor der Tür, hat aber noch nicht angefangen (erst am 1. Juni). Es ist also vor dem Sommer praktisch meine beste Gelegenheit.
  • Ich komme erst gar nicht in die Verlegenheit zu früh wieder mit dem Laufen anzufangen, wenn ich 4-5 Tage mit dem Rad unterwegs bin.
  • Die Touristen Saison ist vorbei, also sind die Campingplätze nicht mehr so überfüllt und die Hotels billiger.
  • Jon kann mein Rad und mich am Montag nach Jacksonville bringen. Von dort aus fahre ich nach Charleston in South Carolina und dann Freitag mit dem Zug nach Orlando zurück.


Ich bin mir nicht sicher, ob ich unterwegs ins Internet komme, aber es kann gut sein, dass ich an Bibliotheken vorbei komme und hier und da schon mal eine kleine Aktualisierung hinterlassen kann. Heute heißt es erstmal planen und packen, und dann geht es los, mein nächstes Abenteuer.
Ich freu mich schon!

6 Kommentare:

Gerd hat gesagt…

Das hört sich nach einer höchst interessanten Variation einer Trainingspause an. ;-)
Ist doch schön wenn man Alternativen hat! Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß!

Simone hat gesagt…

Hört sich wirklich super interessant an und sowas würde ich auch gerne mal machen. Dazu kommt noch, dasss ich jedes Mal, wenn ich bei dir von Jacksonville lese, an ein Restaurant dort denken. Es sieht von außen aus, wie eine alte Scheune, kurz vorm Zusammenbruch, als könnte sie den nächsten kleinen Windstoß nicht überstehen. Innen drin ist es aber superschön und dort habe ich mal sehr gut gegessen (u.a. auch das erste Mal Austern - übrigens auch das letzte Mal, war nicht mein Ding ;)) Ob es das Restaurant allerdings noch gibt, kann ich nicht sagen. Ich war schon länger nicht mehr dort.

Ich wünsche dir viel Spaß bei deinem "Ritt" und auf den anschließenden Bericht nebst Fotos hier.

Pienznaeschen hat gesagt…

überhaupt hört die Welt ja auch an der Grenze Floridas nicht auf. Der Satz ist klasse, wie Dein ganzer Plan, Deine Tour - irgendwas zwischen richtig neidisch und wahnsinnig empfinde ich. Ich wünsch Dir wunderschöne Tage, mit vielen tollen Eindrücken und eine Menge Spaß - ja, besser kann frau eine Laufpause nicht nutzen. Pass gut auf Dich auf und komme mit einem langen Bericht wieder heil zu Hause an.

michi hat gesagt…

Viel Spaß bei Deinem nächsten Abenteuer. Das schöne ist, die Laufpause bekommt Dir sicher gut und so kommst Du zu Dingen, die sonst nicht so auf dem Plan stehen. Gut, dass Du auch gerne Rad fährst und Reiten .. ja das sowieso. Brownie und Du, Ihr seid ein super eingespieltes Team, wahrscheinlich nimmt er deshalb auch "konfuse" Hilfen an *lach* Ist schon toll, wenn man sich so blind mit einem Vierbeiner versteht. Das Stiefelbild gefällt mir am besten (die anderen natürlich auch!).

Hase hat gesagt…

Ich bewundere es, dass du dich einfach nicht unterkriegen lässt und aus jeder Situation irgendwie immer das Beste rausholst. Toll!

Kerstin hat gesagt…

Gerd, danke, werde ich haben!
Simone, dann fahr doch einfach mal los. Es ist gar nicht so schwierig. In Jacksonville gehen wir ins Waffle House und dann geht die Fahrt ja auch schon los. Du bist ja ganz schoen rumgekommen in Florida!
Julia, du musst gar nicht neidisch sein. Auch in Europa kann man schoene Touren unternehmen.
Michi, bei dem Stiefelbild geht es um meine wunderschoenen neuen Sporenriemen mit Glitzersteinen, die ich gerade an dem Tag neu gekauft hatte. Leider kann man die ja beim Reiten nicht sehen, weil die Steine innen am Fuss sind. Da musste ich mich etwas verdrehen ;-)
Kerstin, warum soll ich zu Hause sitzen und Truebsal blasen? Diese Tour hatte ich schon lange im Kopf, und nun ist genau die richtige Gelegenheit. Ich war naemlich schon die ganze Zeit am Ueberlegen, wann/wie ich es am besten machen soll.